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Schlachtzüge in Azeroth (Teil 3: Warlords of Draenor)

Heute Vormittag haben wir Euch erst den zweiten Teil der neuen „Auf einen Kaffee mit den Devs“-Reihe zum Thema „Schlachtzüge in Azeroth“ präsentiert. Nun hat Blizzard vor wenigen Stunden den dritten und letzten Artikel aus der Reihe veröffentlicht.

Dort spricht der Lead Game Designer Ion „Watcher“ Hazzikostas über das Design sowie einige Änderungen, welche uns mit der fünften Erweiterung für World of Warcraft erwarten.

Blizzard PosterWatcher on Auf einen Kaffee mit den Devs: Schlachtzüge, Teil 3 – Warlords of Draenor (Source)

Im Laufe der fast 10-jährigen Geschichte von WoW haben sich bei den Schlachtzügen wahrscheinlich wesentlich mehr Änderungen als bei jedem anderen Spielsystem ergeben. Um die in Warlords of Draenor kommenden Anpassungen in den richtigen Zusammenhang zu stellen, werden wir in dieser dreiteiligen Blogreihe versuchen, die Wendungen unseres Schlachtzugsdesigns vom geschmolzenen Kern bis hin zur Schlacht um Orgrimmar zurückzuverfolgen.

In diesem letzten Teil wird Lead Game Designer Ion „Watcher“ Hazzikostas einen Blick auf das Design und die Änderungen werfen, die sich mit dem kommenden Warlords of Draenor (Warlords) ergeben.

Warlords of Draenor (2014)

Wie wir bereits auf der BlizzCon angekündigt haben, freuen wir uns darauf, unsere flexible Schlachtzugstechnologie ausweiten zu können, um so die bekannten Probleme zu lösen, mit denen wir als Designteam bereits seit fünf Jahren zu kämpfen haben. Das neue System wird wie folgt funktionieren: Der flexible wird zum normalen Modus und somit zur neuen Basis für organisierte Schlachtzüge. Außerdem werden die normalen Modi für 10 und 25 Spieler zu einem heroischen Schwierigkeitsgrad zusammengefasst. Darüber hinaus kombinieren wir die heroischen Modi für 10 und 25 Spieler zum neuen mythischen Schwierigkeitsgrad.

Raidstruktur mit Patch 6.0

Mit diesem System haben die meisten Spieler die Möglichkeit, an Schlachtzügen verschiedener Größen teilzunehmen und so von diesem System zu profitieren. Einer der großen Vorteile eines Schlachtzugs mit 13 Spielern ist, dass man ihn nicht absagen muss, wenn ein oder zwei Leute abspringen; und wenn alle kommen, muss niemand zuschauen. So werden Schlachtzüge in organisierten Gruppen möglich, ohne dass der Druck einer Verpflichtung entsteht – und das wiederum stärkt auf lange Sicht die Gruppe als Ganzes.

Mit Mists of Pandaria (Mists) ist es uns zwar recht gut gelungen, die normalen Modi für 10 und 25 Spieler so aufeinander abzustimmen, dass der Schwierigkeitsgrad immer in etwa vergleichbar war. Bei den heroischen Modi ist diese Abstimmung aber deutlich schwieriger, vor allem bei wichtigen Kämpfen, etwa gegen Lei Shen (einfacher mit 10 Mann) und Garrosh (einfacher mit 25). Die Teilnehmerzahl im neuen mythischen Schwierigkeitsgrad zu konsolidieren, ermöglicht es uns, auch Hardcore-Schlachtzugspielern das bestmögliche Spielerlebnis zu bieten, während es der normale oder heroische Modus kleineren Gruppen erlaubt, nach und nach mit ihren Aufgaben zu wachsen und sich zu verbessern, sodass sie sich – wenn sie wollen – auch irgendwann an Mythisch versuchen können.

Gruppenbrowser

WoD Gruppenbrowser

Eine weitere wichtige Neuerung in Warlords ist der Gruppenbrowser, mit dem Spieler ganz einfach Gruppen für Schlachtzüge (und andere Aktivitäten) erstellen und suchen können – dabei haben wir darauf geachtet, dass man Spieler aus der gleichen Region besonders leicht findet. Bisher ging es in diesem Blog vor allem um bereits bestehende Gruppen, aber sich spontan bildende Zufallsgruppen sind auch weiterhin sehr wichtig. Aus Begegnungen in solchen Gruppen sind schon viele Freundschaften entstanden und über die Jahre wurden aus solchen Gruppen oft eigene Gilden. Für Spieler, die den nächsten Schritt jenseits des Schlachtzugsbrowsers wagen wollen, eine Wochenendbeschäftigung für ihren alternativen Charakter suchen oder auf die Schnelle ein zehntes Mitglied für einen Schlachtzug brauchen, wird der Gruppenbrowser die Sache deutlich erleichtern.

Schlachtzugsbrowser

Schlachtzugsbrowser

Der Schlachtzugsbrowser-Schwierigkeitsgrad wird aber auch in Warlords weiterhin wichtig bleiben. Viele Spieler können oder wollen sich keiner festen Gruppe anschließen. Und ganz egal, wie bequem die Teilnahme an organisierten Schlachtzügen durch den Gruppenbrowser auch wird, es ist nichts für zwischendurch in der Pause. Hier bleibt der Schlachtzugsbrowser die Anlaufstelle.

Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren aber auch viel aus unseren Erfahrungen mit dem Schlachtzugsbrowser gelernt. Ein Schlachtzug mit einer Gilde oder einer Gruppe von Freunden in einer Zone kann über viele Monate fesselnd sein. Einer der Gründe hierfür ist das Spieltempo, das sich im Verlauf der Zone ändert. Zu Beginn lernt die Gruppe pro Woche vielleicht, mit ein oder zwei Bossen fertigzuwerden. Kommt die Gruppe zu den Bossen am Ende der Zone, reduziert sich das Tempo und mehr und mehr Zeit wird mit Farmbossen verbracht, um an bessere Ausrüstung zu kommen. Das macht das Spiel immer abwechslungsreich – und selbst wenn man nicht die Beute bekommt, auf die man gehofft hatte, werden zumindest die Freunde und Gildenkollegen stärker, sodass die Gruppe Bosse immer schneller in den Staub schicken kann.

Bisher bietet der Schlachtzugsbrowser so etwas aber nicht. Der neunte Durchlauf der Tiefenfestung in der Schlacht um Orgrimmar wird kaum schneller vonstattengehen als der zweite (und könnte durchaus länger dauern); es gibt einfach nichts Neues. Wie also kann der Schlachtzugsbrowser dazu beitragen, das Spiel fesselnder und amüsanter zu gestalten? Ein wichtiger erster Schritt ist es, die Belohnungen zu verbessern – die Rate wird hier verdoppelt und so besser an das Spieltempo angepasst.

Unser Ziel für den Schlachtzugsbrowser ist es, dass Spieler die Schlachtzugsinhalte, das Ende wichtiger Geschichten und die epischen Umgebungen, die unsere Leute geschaffen haben, erleben können, ohne sich einer organisierten Gruppe anschließen zu müssen. Wir wollen uns auf den reinen Zweck konzentrieren und die Elemente minimieren, durch die Gildenmitglieder das Gefühl hatten, jede Woche den Schlachtzugbrowser nutzen zu müssen, um weiter voranzukommen. Entsprechend wird es im Schlachtzugsbrowser in Warlords häufiger Beute geben, es werden aber andere Tabellen verwendet als bei den normalen, heroischen oder mythischen Versionen des Schlachtzugs – ebenso wie andere Grafiken für die Gegenstände. Die Ausrüstung liegt – genau wie jetzt auch schon – zwischen Dungeon-Beute und Beute für normale Schlachtzüge, es fallen aber die Setboni und Schmuckstücke weg, die dazu geführt haben, dass viele Spieler das Gefühl hatten, neben den wöchentlichen Gildenschlachtzügen auch den Schlachtzugsbrowser ausreizen zu müssen.

Hat ein Spieler durch den Schlachtzugsbrowser entsprechende Ausrüstung gesammelt und spielt nun mit dem Gedanken, sich am normalen Modus zu versuchen, sollten ihm die Schlachtzugsbrowserbeute und die Erfahrung helfen, diesen nächsten Schritt zu gehen – und mit dem Gruppenbrowser wird die Sache so einfach wie noch nie zuvor.

Schlachtzugzuweisungen

Schlachtzugzuweisungen

In Warlords wird jeder Schlachtzugsschwierigkeitsgrad eine eigene, wöchentliche Zuweisung haben. Wir haben lange überlegt, wie das System funktionieren soll und welche Schwierigkeitsgrade gemeinsame Zuweisungen haben sollen. Nach Einführung der flexiblen Schlachtzüge ist es eindeutig, dass es viele Vorteile hat, wenn die verschiedenen Schwierigkeitsgrade unterschiedlichen Zyklen unterliegen: So können Spieler mit ihrer Gilde beispielsweise zu festen Terminen an der Schlacht um Orgrimmar auf den Schwierigkeitsgraden normal oder heroisch teilnehmen und sich am Wochenende mit Freunden auf einem anderen Server an einem flexiblen Schlachtzug beteiligen, um etwas Beute für Nebenspezialisierungen zu sammeln. Spieler, die regelmäßig die Schlacht um Orgrimmar in der normalen oder sogar heroischen Version absolvieren, stellen rasch fest, dass sie die Beute aus flexiblen Schlachtzügen für ihre Hauptspezialisierung kaum gebrauchen können. Die meisten Spieler, die die Schlacht auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden bestreiten, tun das mit verschiedenen Gruppen – und wir möchten ihnen auch weiterhin diese Freiheit geben.

Durch eine gemeinsame Zuweisung für den heroischen und mythischen Schwierigkeitsgrad würden sich verschiedene technische und logistische Probleme ergeben: Heroisch ist eine beutebasierte Zuweisung mit flexibler Größe, Mythisch dagegen eine bossbasierte Zuweisung mit fester Größe, die auf ein Realm mit statischer ID beschränkt ist. Da gibt es einfach wenige Überschneidungen. Durch unterschiedliche Zyklen vereinfacht sich auch vieles für ambitionierte Gilden, die mit begrenzter Zeit Fortschritte erzielen wollen und derzeit am Ende der Woche immer ausreichend Zeit einplanen müssen, um verbleibende Bosse im normalen Schwierigkeitsgrad der Beute wegen auszuschalten. In Warlords können diese Gruppen das Farmen vorverlegen und sich dann den Rest der Woche ungestört dem Fortschritt auf Mythisch widmen.

Im Nachhinein betrachtet entstand das “Prüfung des Kreuzfahrers-Problem“ in Patch 3.2 vor allem aufgrund der Art, wie Embleme zu diesem Zeitpunkt funktionierten. Um Setteile kaufen zu können, wurden Abzeichen von Schlachtzugsbossen und Dungeons benötigt. Aus diesem Grund hielten es viele Gilden für notwendig, die Prüfung des Kreuzfahrers beispielsweise mit 10 Spielern auf Normal zu absolvieren, selbst wenn sie die Beute nicht mehr brauchten. In Warlords nehmen Tapferkeitspunkte und die Notwendigkeit, sie jede Woche maximal auszureizen, eine geringere Bedeutung ein. Eine weniger lineare Gestaltung und Abkürzungen, die es erfahrenen Spieler erlauben, direkt zu bestimmten Bossen zu gelangen, erleichtern es allen Gruppen, genau die Inhalte zu spielen, die sie interessieren. Wir wollen Spielern möglichst viele Freiheiten einräumen und denken, dass das jetzige Charaktersystem besser strukturiert ist und nicht mehr die endlose Wiederholung der immer gleichen Inhalte fördert.

Schlachtzüge in Draenor

Schlachtzüge in Draenor

Das Schlachtzugssystem, das wir mit Warlords einführen, basiert auf zehn Jahren Erfahrung und all den Erkenntnissen, die wir in dieser Zeit gewonnen haben. Wir glauben, dass das System den meisten Spielern ein ideales Schlachtzugserlebnis bietet, unabhängig von ihrem Spielstil, und wir freuen uns, es euch jetzt präsentieren zu können. Natürlich sind wir aber offen für konstruktive Kritik – wir freuen uns auf eure Kommentare, sobald der Schlachtzugstest im Rahmen der Beta beginnt.

3 thoughts on “Schlachtzüge in Azeroth (Teil 3: Warlords of Draenor)”

  1. Naja damit das ganze funzt, sollte Blizzard aber auch mal überlegen, die Schwierigkeitsgrade nicht jedesmal falsch rum freizuschalten.

    Es bringt herzlich wenig, immer sofort den Hard-Hard Mode komplett freizuschalten und den LFR Mode erst wenn im Hard-Hard Mode alles bereits clear ist.

    Es ziemt doch der gesunde Menschenverstand erst einmal mit den niedrigen Modis zu beginnen, damit alle einer sinnvollen Lernkurve folgen können, z.b.: LFR und Normalmode beim Release einer neuen Season, dann zwei Wochen später der Hardmode zur Hälfte, und dann weitere zwei Wochen später die zweite Hälfte des Hardmodes und die erste Hälfte des Mythischen Modes. Und zwei Wochen später dann auch die zweite Hälfte des höchsten Modes.

    So wies bis jetzt immer lief, immer kam instant der schwierigste Mode komplett und 5 Wochen später der erste Flügel im LFR ist totaler Käse, wo ist denn da die Lernkurve bzw was nützt einem dann noch das LFR Gear wenn man bereits im höchsten Modus unterwegs ist.

    Man geht ja auch nicht mit 6 Jahren sofort auf die Uni mit nem IQ von 50 um dann mit 18 Jahren und nem IQ von 130 in die erste Klasse zu gehen.

    1. Ich weiß was du meinst, dass theoretisch die Reihenfolge nicht ganz so sinnvoll sein mag.

      Aber für Raider (mich eingeschlossen) ist der LFR unwichtig. Wir stürzen uns auch direkt auf nhc und so fix wie möglich auf die höheren Schwierigkeitsgrade. Daher kann einem das egal sein.
      Für die Leute, die ausschließlich LFR gehen wollen und denen das reicht, für die ist es natürlich nicht so toll 2 woche warten zu müssen, um überhaupt was zu machen.
      Aber wie gesagt für feste Raidgruppen ist der LFR nicht so wirklich interessant, dass man den besuchen will (glaube ich zumindest). 😉

  2. Hiho,

    ich zitier mal: „So können Spieler mit ihrer Gilde beispielsweise zu festen Terminen an der Schlacht um Orgrimmar auf den Schwierigkeitsgraden normal oder heroisch teilnehmen und sich am Wochenende mit Freunden auf einem anderen Server an einem flexiblen Schlachtzug beteiligen, um etwas Beute für Nebenspezialisierungen zu sammeln.“
    Das heißt verschiedene IDs, das ist mir klar. Heißt das nun aber auch ich kann einen Boss dann im nhc /hc UND flexibel looten ? Also dreimal ? 😉

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